Dream Stronach

Frank Stronach hatte einen Traum. Er wachte eines Morgens auf und meinte, mit einer eigenen Partei das Land verändern zu können. Einige Monate und 13 verpulverte Wahlkampfmillionen später, saß er mit 10 Strohmännern und -frauen an seiner Seite im Parlament, aber nicht wie erhofft auf der Regierungsbank, sondern im Plenum.

Unorthodoxe Fernsehauftritte und Wortspenden a la „Todesstrafe für Berufskiller“ sorgten in der Bevölkerung für Kopfschütteln bis an die Grenzen des Peitschenschlagsyndroms. Monatelange Aufenthalte in Kanada erweckten den Eindruck, Stronach läge wohl doch nicht so viel am Wohle des Landes. War Österreich am Ende gar nur Frank Stronachs „Wahl-Heimat“?
Der Haken an Frank Stronachs Traum: Sein Name war Programm, wortwörtlich und ausschließlich. Mehr als Besserwisserei und Verhaltensauffälligkeiten wurden in der politischen Tagesarbeit nicht geboten. Und weil mit einem prominenten Namen allein noch lange keine Politik und schon gar kein Staat zu machen ist, entwickelte sich Onkel Franks Traum langsam zum Alptraum.Der Eingang zum Team-Stronach-Parlamentsklub glich einer Drehtür, durch die politische Leichtgewichte eintraten, viel öfter jedoch wieder hinausgingen. Zu guter Letzt sprang der Kapitän selbst, im Stile eines Francesco Schettino, vom sinkenden Schiff.

Das Team Stronach wird bei der kommenden Nationalratswahl nicht mehr antreten. Der Parteigründer gibt weder seinen Namen noch sein Geld für einen weiteren, zum Scheitern verurteilten Wahlkampf her. Die Umfragewerte des Team Stronach liegen unterhalb der Wahrnemungsgrenze. Der Traum ist ausgeträumt. Wie predigte „Frank“ so oft: „Das Wichtigste sind die Werte“. Die Werte sind längst begraben.

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