Zwischenbestzeit im Reformslalom

Die Regierung hat sich in den letzten Tagen auf Bildungsreform, Primärversorgung und Beschäftigungsbonus geeinigt. Eine solche Anhäufung von Kompromissen in so kurzer Zeit ist unter Rot-Schwarz durchaus bemerkenswert. Selbst im Vatikan wird man diese Tempoverschärfung mit großer Aufmerksamkeit vernommen haben. Gerüchte besagen, der Heilige Stuhl wolle eine Kommission in die Alpenrepublik entsenden, um die Vorgänge auf das Vorliegen eines wahrhaftigen Wunders zu untersuchen. 
Skeptiker kommentieren die Beschlußfreudigkeit der Koalition, wenige Wochen vor der vorgezogenen Neuwahl mit dem Sprichwort „am Abend wird der Faule fleißig“. Vielleicht hat das blinde Regierungshuhn in einer Aneinanderreihung glücklicher Zufälle auch nur drei Körner auf einmal entdeckt? Möglicherweise haben die Schwachwind-Seegler von Rot und Schwarz eine kräftige Brise ins Segel bekommen und segeln nun bis 15. Oktober auf Erfolgskurs? Oder die Damen und Herren Parlamentarier wollen die Sommerferien einfach nicht am Verhandlungstisch verbringen sondern die freie Zeit vor dem Wahlkampf für Erholung nutzen?
Sei es wie sei. Mit Serien-Bestzeiten im Reformslalom ist in nächster Zeit trotzdem nicht zu rechnen. Zu groß ist die Freude, wenn der Koalitionspartner kurz vor dem Ziel im Forderungs-Zick-Zack einfädelt und actionreich zu Fall kommt. Sowohl Rot als auch Schwarz denken nur ans nächste Rennen, nicht an den Gesamtweltcup.

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