Österreich errichtet Lärmschutzwände an den Grenzen

Nach der Ankündigung „baulicher Maßnahmen“ am Grenzübergang Spielfeld und der darauffolgenden Konkretisierung durch den Begriff „Zaun“ seitens der Innenministerin, ist die Regierung in Aufruhr. Unter heftigen Schmerzen und krankhaften Verrenkungen wurde von zahlreichen Mitgliedern des Kabinetts Faymann das Wort „Zaun“ durch besonders geistreiche Wortkreationen wie „technische Sicherung“ oder „ein Türl mit Seitenteilen“ umschrieben.

Nach einem Telefonat mit seinem Spezi Jean Claude Juncker von der EU-Komission und Angela Merkel ist Kanzler Faymann am 28.10. zur Einsicht gekommen worden, dass Grenzzäune zwischen Schengen-Mitgliedsstaaten die Schönheit seiner Frisur ins falsche Licht rücken würden. Seitdem stellt der Kanzler klar, dass Zäune keine Probleme lösen würden.

Innenministerin Mikl-Leitner hat nun 10 Tage Zeit einen Vorschlag auszuarbeiten, wie diese baulichen Maßnahmen zur technischen Sicherung in Form eines Türls mit Seitenteilen, das jedoch kein Zaun sein darf, am Grenzübergang Spielfeld aussehen soll.

Ein Berater der Bundesregierung dessen Namen nicht genannt werden soll, schlägt Faymann, Mikl-Leitner & Co nun die Errichtung einer Lärmschutzwand rund um das Staatsgebiet der Republik Österreich vor.

Alle Kollegen der Bundesregierung zeigen sich von dem Vorschlag hellauf begeistert. Eine Lärmschutzwand würde alle Eigenschaften erfüllen, dem lästigen Flüchtlingsproblem endlich dauerhaft Herr zu werden.

Die Innenministerin hat bereits Experten der ASFINAG mit der Planung der baulichen Maßnahmen beauftragt. Mikl-Leitner: „Die ASFINAG verfügt über das nötige Know-how, hat sie doch bereits tausende Kilometer Lärmschutzwände entlang Österreichs Autobahnen zur Zufriedenheit aller, ausgenommen Autobahnbenützer und Anrainer, geplant und umgesetzt.“

Die Vorteile von Lärmschutzwänden gegenüber Stacheldrahtzäunen liegen auf der Hand. Hier muss zunächst die Absorbierung der Umhebungsgeräusche genannt werden. Der Kanzler: „Durch so eine Lärmschutzwand könnten endlich die nervigen Zurufe dieser Angela Merkel und dieses ahnungslosen Bürokraten in Brüssel unterbunden werden. Ich könnte dann endlich meine eigene, verantwortunsvolle Flüchtlingspolitik umsetzen und müsste diese armen Teufel nicht gegen meinen Willen auf schnellstem Weg nach Deutschland weiterwinken.“ Ein weiterere Vorteil, so Faymann, wäre auch, dass man die Proteste der hinter der Wand frierenden und hungernden Menschen auf unserer Seite der Grenze nicht in so einem Ausmass wie bisher wahrnehmen könnte.

Die Planer der ASFINAG streichen den Sichtschutz als weiteren positiven Aspekt der geplanten Wände hervor. „Durch die stabile und hohe Bauweise der Lärmschutzwände ist eine Einsehen des österreichischen Staatsgebietes praktisch unmöglich. Die wartenden Schutzsuchenden können nicht sehen, wie schön unser Land ist und treten freiwillig die tausende Kilometer lange Heimreise in ihre zerbombte Heimat an. Bei Millionen von Touristen, die jährlich auf unseren Autobahnen unterwegs sind, hat sich dieses Konzept über einen langen Zeitraum bestens bewährt“, so Wolfgang Kleingeist, Chefplaner des österreichischen Autobahnerhalters. „Die Regierung könnte außerdem hunderte von Bussen mit Flüchtlingen an die bayrische Grenze karren, ohne dass der Piefke auch nur einen blassen Schimmer davon hat, weil der die Busse wegen der Lärmschutzwand ja nicht sehen kann“, so Kleingeist lächelnd.

Auch bezüglich der Notausgänge, Türen mit einer Durchgangsbreite von gerade mal 60 cm, zeigt man sich bei den Planern flexibel. Die Lärmschutzwände könnten so gestaltet werden, dass an den Südgrenzen die Notausgänge im Abstand von 20 Kilometern oder mehr positioniert werden, an den Grenzen zu Deutschland könnten Notausgänge hingegen alle 3 Metern gesetzt werden, sodass einem kontrollierten, gleichmäßigen Zu- und Abstrom von Schutzsuchenden wirklich nichts im Wege stünde.

Alles in allem scheint der Vorschlag von Lärmschutzwänden zur Grenzsicherung eine runde Sache zu sein. Einerseits handelt es sich bei diesen baulichen Maßnahmen nicht um „Zäune“ im engeren Sinn, andererseits entsprechen sie auch voll dem Credo der Bundesregierung in Flüchtlingsfragen „Nichts hören, nichts sehen, nur reden“. Da der Kanzler in dieser Frage auf ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene pocht, scheint einer Beschlussfassung bei einem Ministerrat irgendwann zwischen 2045 und der Jahrtausendwende nichts im Wege zu stehen…

…es sei denn es wird bis dahin vor dem Kanzleramt eine technische Sperre oder ein unüberwindbares Türl mit Seitenteilen errichtet.

Sarkasmus hilft.

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