Sorgen wir für Bewegung!

Weil es auch mich betrifft. Es wird nicht jedem gefallen:

Ich habe mein Leben lang schon tausende Zigaretten geraucht. Niemand hat mich dazu gezwungen. Ich hätte ja auch einfach ‚Nein‘ sagen können, mich umdrehen und weggehen können, aber meine Gesprächspartner waren zu nett, die Diskussionen zu interessant oder es störte mich einfach nicht.

Ich habe schon so viele Zigaretten geraucht und dennoch habe ich keine einzige davon selbst angezündet. Auch Lungenzüge habe ich bis heute nicht zustande gebracht. Ich kann den Zigarettenrauch auch nicht durch den Mund einziehen und durch die Nase wieder ausstoßen, obwohl das manchmal echt cool aussieht. Als Passivraucher muss man Kompromisse machen.

Bestimmt bin ich kein militanter Nichtraucher. Mir ist es grundsätzlich egal, ob in meinem Umfeld geraucht wird oder nicht. In meinem täglichen Umfeld stehe ich sehr oft im Zigarettenrauch, im Passivrauch. Das einzige was mich daran stört ist der unangenehme Geruch, den Kleidung und Haupthaar gerne annehmen.

Beruflich bin ich mit dem Zigarettenqualm täglich konfrontiert. Ich profitiere sogar davon, so ehrlich muss ich sein. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt unter anderem aus Einnahmen aus Gastronomiebetrieb und sogar aus dem Verkauf von Zigaretten und Tabakwaren. So viel Doppelmoral muss sein. Ich kenne die Auswirkungen des Tabakgesetzes und die fragwürdigen Regelungen bezüglich Nichtraucherschutz aus eigener Erfahrung.

Die bestehenden Regelungen für die Gastronomie haben in Hinblick auf Nichtraucher- und Arbeitnehmerschutz bestimmt Verbesserungen gebracht. Der Gast kann sich heute in vielen Betrieben aussuchen, ob er nikotinangereicherte oder „ortsübliche“ Luft inhalieren möchte. Kleinere Betriebe mussten sich deklarieren, ob sie den Zigarettenrauch dulden oder aus dem Lokal verbannen wollten. Investitionen wurden getätigt, Wände aufgezogen, bunte Aufkleber zur Kennzeichnung angebracht.

In vielen europäischen Ländern wurde bereits ein generelles Rauchverbot für die Gastronomie erlassen. Italien wird gerne als Beispiel genannt. Hier hat man es geschafft, dass Lokalbesucher selbstverständlich vor das Lokal treten um dort voll Genuss eine Zigarette zu rauchen. In Österreich ist das undenkbar, zumindest für ein Vielzahl von Wirte und Lokalbetreiber.

Horrorszenarien werden da dargestellt. Die Gäste würden alle zu Hause bleiben, Gastronomiebetriebe würden reihenweise zusperren, Arbeitsplätze würden verloren gehen vielleicht auch noch Gäste im Winter vor dem Lokal an Blitz-Lungenentzündungen sterben und, und, und.

Liebe Leute, liebe Kollegen, ich kann den ganzen Mist, den Sud nimmer hören. Haben wir wirklich so wenig Vertrauen in unsere Dienstleistung, in unsere Qualitäten, dass ein ganzer Berufsstand davon abhängig ist ob IN Lokalen geraucht werden darf oder nur davor? Sind unsere Kunden echt so unflexibel? Ist euch eure Gesundheit und die Gesundheit eurer Mitarbeiter wirklich weniger wichtig als ein paar Euro mehr in der Brieftasche? Ist es der Umstand, dass ihr die eigene Komfortzone verlassen müsst und ihr dann auch zum Rauchen raus müsst, oder ist es „weil es immer schon so war“?

Angenehmes Ambiente, freundliche Bedienung, gute Qualität von Speisen und Getränken, zuvorkommender Service. Sind das nicht die Kernkompetenzen der Gastronomie? Wer sich darauf konzentriert, braucht Umsatzrückgänge nicht zu fürchten. Er wird eventuell verloren gegangene Kunden durch neu gewonnene Gäste ersetzen können. Ist es nicht besser und günstiger in gute Ideen und gute Qualität zu investieren, als in Entlüftungssysteme, Glaskonstruktionen und automatische Schiebetüren?

Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie sorgt, anders als derzeit, für gleiche Voraussetzungen für alle Wirte, egal ob 15, 50 oder 500 qm Lokalfläche. Der Gast wird das Rauchverbot akzeptieren, wenn es überall und für alle gleich gilt. Der Gast wird sich vielleicht anfangs wehren, sich vielleicht bevormundet fühlen, doch war nicht auch die Einführung von Gurt- oder Helmpflicht im Strassenverkehr eine Bevormundung des Bürgers und ist trotzdem heute selbstverständlich? Können wir den Schwarzen Peter diesmal nicht ganz billig der Politik zuschieben, die wäre bereit, so scheint es, die Watschen einzufangen, oder lässt der Stolz der Kämmerer eine „Niederlage“ in dieser angeblich existenzbedrohenden Frage nicht zu?

Packen wir es an, sorgen wir für Bewegung!

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